Die Sektion Weimar des Deutschen Alpenvereins rief nach der Corona-bedingten Absage 2020 erneut zum 21. Weimarer Kletterwettkampf auf! In diesem Jahr konnte der Wettkampf mit Einhaltung der 2G- und 3Gplus-Regelung stattfinden. Neben Weimarer Kletternden kamen auch Teams aus Erfurt, Jena, Saalfeld, Kassel und sogar Hamburg nach Weimar. Der Weimarer Kletterwettkampf ist in Mitteldeutschland einer der beliebtesten Fun-Cups für Erwachsene und Kinder.

Text und Fotos: Dominique Wollniok

Qualifikation im offenen Modus

Mit 38 Teilnehmenden in den Wertungsklassen Damen und Herren, sowie Studierende und Senioren startete am 13. November 2021 der zweitägige Wettkampf in der EnergieWände Kletterhalle Weimar.

Um 14 Uhr ging es los mit der Qualifikationsrunde in einem offenen Modus. Das bedeutet die Athletinnen und Athleten konnten frei wählen, welche Kletterrouten sie begehen. An 22 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 6 bis 9 konnten Punkte gesammelt werden. Die fünf besten Begehungen flossen in die Zwischenwertung ein und bestimmten, wer im Finale ist.

„Bei der Qualifikation sollte man am besten taktisch vorgehen.“ sagt Stephan Roth, DAV Vorstand und Jugendleiter der Sektion Weimar und ergänzt: „Manchmal macht es mehr Sinn, nicht alle Routen zu klettern, die man sicher kann. Wer Kraft spart und sich auf eine schwere, aber machbare Route konzentriert, hat später mehr Körner fürs Finale!“

Spannendes Finale an zwei speziellen Wettkampfrouten

Nach knapp vier Stunden standen die Finalistinnen und Finalisten fest: Unter den neun Frauen zogen Julia Fandrich (Erfurt Alpin), Sabrina Mayr (Alpenverein Südtirol), Elisa Kluge (DAV Weimar), Uli Reinhardt (BC Henkelreißer Ilmenau), Lena Frank (JDAV Jena) und Agnes Harnisch (DAV Dresden) ins Finale.

Bei den Herren waren es Arne Bochmann (DAV Jena), Benni Dittrich (Block’n’Roll Weimar), Hanno Barschel (rocks. Jena), Lukas Bohnensteffen (DAV Kassel), Fynn Barthel (rocks. Jena) und Johannes Vogt (Erfurt Alpen), die zur Isolation in den Trainingsraum geschickt wurden.

Nach kleinen Umbauarbeiten durften alle 12 Finalistinnen und Finalisten die jeweilige Finalroute kurz besichtigen und mussten anschließend wieder in die Isolation. Die Finalroute der Frauen wurde mit Schwierigkeitsgrad 8 von den Routenschraubern bewertet. Die Route der Männer im Finale mit 9/9+, wobei beide Routen von unten bis oben immer schwieriger werden. Bereits auf den ersten Metern fielen die ersten Starterinnen und Starter ab: Arne Bochmann, der viele Weimarer Kletterwettkämpfe gewonnen hatte, rutschte unglücklich am Anfang ab und wurde nur sechster. Fynn Barthel, ehemaliges Mitglied im Jugendkader, belegte ganz knapp Platz zwei mit nur einem Griff unter dem Sieger Johannes Vogt aus Erfurt. Für Johannes ist dieser Sieg vielleicht der Anfang einer Siegerserie: bereits beim 20. Weimarer Kletterwettkampf konnte er den 1. Platz bei den Herren machen.

Bei den Frauen sah man ebenfalls bekannte Gesichter: Agnes Harnisch vom DAV Dresden gewann damals den 2. Weimarer Kletterwettkampf 1997. Auch in diesem Jahr holte sie sich den Sieg, obwohl sie nur knapp vor dem Top abfiel. „Die letzten drei Meter können noch einmal richtig hart werden“ sagt Stephan Roth, der auch für den Wettkampf einige Routen geschraubt hat. Beide Finaltouren blieben in diesem Jahr ungetopt, d.h. keiner der Finalistinnen und Finalisten erreichte den letzten Griff. Lena Frank vom Landeskader Thüringen erreichte den zweiten Platz, vier Züge unter Agnes. Uli Reinhardt aus Ilmenau holte sich den dritten Platz.

Wie jedes Jahr fand auch die Thüringer Hochschulmeisterschaft statt

Mit der Thüringer Hochschulmeisterschaft wurden auch wieder die stärksten Studierenden mit tollen Preisen der Sponsoren belohnt: Bei den Herren waren das Hanno Barschel von der Uni Jena auf Platz 1, Bahram Nematipour von der Bauhaus-Universität Weimar auf Platz 2 und Gero Kahlert von der Uni Erfurt auf Platz drei. Elisa Kluge von der Bauhaus-Universität Weimar machte bei den Studentinnen den Platz 1, gefolgt von Viviane Ruhla ebenfalls von der Bauhaus-Universität Weimar auf Platz 2 und Jana Konrad von der TU Ilmenau auf Platz 3.

Bei den Kindern wurde um jeden Meter gekämpft

Am nächsten Tag waren die Kids dran: Als Teil des ThüringenCup Klettern, der mehrere Kletter- und Boulderwettkämpfe in Thüringen vereint, starteten insgesamt 49 Kinder und Jugendliche in den Startgruppen B, C und D.

Wer als Zuschauerin und Zuschauer auf der Tribüne saß, konnte schon bei den jeweils zwei Qualifikationsrouten spannende Momente verfolgen. Selbst die Konkurrenten feuerten die Kletternden bei schwierigen Passagen an der Wand an und freuten sich mit jedem Top.

Das Team Life aus Saalfeld mit Starterinnen und Startern in fast allen Altersklassen zeigte seinen Trainingserfolg der letzten Monate mit viel Ehrgeiz und einer Menge Spaß und holte sich einige Treppchen-Plätze.

Das Finale der Jugend C musste ausgeweitet werden: die zwei Starter Lieven Tef (13 Jahre, DAV Jena) und Alessandro De Paolis (13 Jahre, DAV Hamburg) kletterten bis zum Finale mit gleicher Punktzahl. Im Super Finale blieb dem Organisationsteam nichts anderes übrig, als die zwei Jungs in eine Route zu schicken, die mit Schwierigkeitsgrad 8 bewertet ist. Der weit angereiste Alessandro De Paolis toppte auch diese Route und ging damit als Sieger in Jugend C hervor.

Auch in den Altersklassen Jugend D weiblich und männlich gewannen Kids aus dem Hamburger Team: Lotta Mehrländer (11 Jahre) und Federico De Paolis (10 Jahre), der kleine Bruder von Alessandro.

Trotz erschwerten Bedingungen ein erfolgreiches Wochenende

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Wettkampf-Wochenende!“ berichtet Frank Schwuntek, Vorstand der DAV Sektion Weimar. „Man hat gemerkt, dass sich viele Starterinnen und Starter gefreut haben, dass ein Event stattfindet, bei dem man sich auch wieder sieht. Für die Thüringer Kletter-Community ist das wichtig!“ Im Vornherein war man zögerlich mit der Ankündigung, die Pandemielage sei sehr dynamisch und man wollte nicht wieder eine Absage riskieren. „Aber wir planen schon den nächsten, 22. Weimarer Kletterwettkampf!“ ergänzt Frank Schwuntek mit einem Augenzwinkern.

Vielleicht entschließt sich der ein oder andere Gast beim Klettern der Qualifikations- und Finalrouten, beim nächsten Wettkampf mitzumachen und ebenfalls mit tollen Sachpreisen der Sponsoren nach Hause zu gehen.

Hier gibt’s die Ergebnisse: